Historie

Der Ehrenfelder Dienstagszug

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Karneval in den Stadtvierteln nur langsam in Schwung. Insbesondere der Karnevalsdienstag, an dem früher die Kappenfahrten stattfanden, hatte an Bedeutung verloren. Um ihm einen bedeutsamen Inhalt zu geben, erklärte man ihn zum Tag der Kinder. 1953 gründeten die ideenreichen Ehrenfelder Hans Wild (1. Vorsitzender der Bürgervereinigung Ehrenfeld), Ferdinand Feuser (AG Jugendschutz), Hanns Chantrain (Funkengarde blau-gold), Josef Schnichels (d´r Strühhot) sowie Ernst Franken die Arbeitsgemeinschaft „Ehrenfelder Kinderzug“. Es erfolgte ein Aufruf an die Eltern und Kinder von Ehrenfeld zu einem Kinderzug. Unter dem Motto „Ihrefelder Pänz fiere Fastelovend“ fand dann am Karnevalsdienstag 1954 der erste Ehrenfelder Kinderzug statt. Hieran nahmen bereits ca. 4000 Schul- und Kindergartenkinder teil. Auch das Kölner Dreigestirn kam 1954 mit Prinz Hubert II. (Camps) nach Ehrenfeld um den Zug zu bejubeln. Die Züge fanden damals unter der Schirmherrschaft bekannter Persönlichkeiten statt. Schirmherren waren u.a. Friedel Haumann und Gerhard Wilczek, damals SPD-Ratsherr und später erster und langjähriger Präsident des FEK.

„Durch das vorbildliche Vorgehen Ehrenfelds im Jahr 1954 erhielt der Karnevalsdienstag in Köln ein besonderes Gepräge“ schrieb der bekannte Kölner Heimatforscher Joseph Klersch. Ab 1955 reihten sich andere Vororte in die Reihe der Dienstagszüge ein.

Die Nachwuchsförderung war und ist den Akteuren des Ehrenfelder Dienstagszuges stets ein Anliegen. So fanden Prämierungen für die Leistungen der Schulgruppen statt. Alle teilnehmenden Schulen und Kindertagesstätten erhalten seit jeher einen Zuschuss für Kamelle und Kostüme.

1965 wurde der Dienstagszug um das Kinderdreigestirn bereichert. Bis dato zogen „d’r Strühhot“ Jupp Schnichels mit Gattin als Prinzenpaar mit im Zug.

Der FEK ist seit jeher innovativ. Neben den Kesselsammlungen wird mit einem eigenen Anstecker für den Dienstagszug „geköttet“. Außerdem erhalten alle Zugteilnehmer einen Mottopin.

Seit 1990 ist die Venloer Straße mit Fahnen in den Farben der ehemaligen Stadt Ehrenfeld geschmückt.

Unter dem Jubiläumsmotto “Unsere Dienstagszoch, zick 55 Johr himmlisch jeck!“ zog 2009 zum 55. Mal ein Ehrenfelder Dienstagszug durch die Straßen des Veedels. Zugleiter Ingo Löhrmann hatte einen Zug der Superlative zusammengestellt, z.B. nahmen wieder alle Ehrenfelder Grundschulen teil. Mehr Kinder und Jugendliche gibt es in Köln nur bei den stadtweiten Schull- und Veedelszöch.

Damit hat der Festausschuss Ehrenfelder Karneval den Ehrenfelder Dienstagszug auf Rekordniveau stabilisiert. Er ist der größte Stadtteilzug Kölns, nach Polizeiangaben sogar der größte Stadteilzug Deutschlands.